Der Grund, weshalb wir hungern...

Eine ausgemergelte Statur,
weder weiblich die Figur,
noch der eines Kindes gleich,
wandeln wir durch´s Erdenreich.

Kein Ideal, wonach uns strebt,
kein Zwang, der uns´re Laune hebt.
Auch Vergeltung ist es nicht,
die Seele steht nicht vor Gericht.

Es geht vielmehr um Fähigkeiten,
des Lebens Lasten zu entgleiten,
sich von der Beständigkeit des Bösen,
ein für allemal zu lösen.

Arkadien ist´s, wonach wir trachten.
Körperlos die Welt betrachten,
aus sicherer Entfernung nun,
es Gott, dem Schöpfer, gleichzutun.

Der Abschein aus den Spiegeln
zeigt den Ansatz schon von Flügeln.
Federn sind noch nicht zu sehen,
kommen sie, so werd´ ich gehen.

Ein Tropfen Gift, ein letztes Winken,
das Lebensschiff beginnt zu sinken.
Wie eines Dampfers Kapitän
werde ich mit untergeh´n.

Es hilft kein Retter in der Not,
mich umhüllt Gevatter Tod.
Seine Hand zeigt empor
zum ersehnten Himmelstor.

Vom Pförtner des Elysium,
mein Ableben als Martyrium
akzeptiert und goutiert,
wird meine Ankunft fix notiert.

Lückenlos das Federkleid,
spanne ich die Flügel weit.
Flügelschlagend, engelsgleich
erkunde ich das Himmelreich.

Nur der zarten Kreatur,
mit ihrer ausgemergelten Figur,
enthüllt sich bereits zur Lebenszeit
der Seraph, der in uns weilt.

31.1.07 16:54

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