Vorfreude vs. Enttäuschung

Die Vorfreude und Neugier auf die Gesichter meiner Verwandten, wenn sie während der Bescherung die von mir besorgten und festlich verschnürten Geschenke entpacken, war völlig unbegründet. Zu meinem Entsetzen musste ich nämlich bei der Ankunft im Elternhaus feststellen, dass es in unserer Familie seit längerem keine gemeinschaftliche Bescherung mehr gibt. Wo war ich nur die letzten Jahre? Wie konnte ich das nur vergessen? Mein Erinnerungsvermögen hat mir tatsächlich ein Schnippchen geschlagen, indem es die bereits fünf Jahre zurückliegende traditionelle Bescherung aller Familienmitglieder unter dem Glanz des großelterlichen Weihnachtsbaumes mit den am Heiligabend auf ein gemeinsames Abendessen beschränkten verwandtschaftlichen Zusammenkünfte der letzten Jahre miteinander verband. Typisch ich: Zusammenhänge suchen und (er-) finden, wo keine sind!

Der Fauxpas die einzige bescherende Person des Abends zu sein, war mir derart peinlich, dass ich darüber hinaus den eigentlichen Zweck dieser Aktion, nämlich mich für die familiäre Unterstützung zu bedanken, aus den Augen verlor. Mit hochrotem Kopf überreichte ich also jedem sein Präsent. Ich kann von Glück reden, dass ich meine Erwartungen auf die vermeintlich überragend ausfallenden Reaktionen bereits zurückgeschraubt hatte, denn: Von Reaktionen keine Spur! Nicht nur überschäumende Begeisterung und Beifall blieben aus, nein, sogar Worte des Dankes erreichten nicht mein extra dafür gespitztes Öhrchen.

Fazit: Den ganzen Stress geb ich mir nicht nochmal!

Eine Karriere als Weihnachtsengel? Kommt gar nicht in die Tüte!

26.12.06 21:05

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