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Winteratem

Die mittägliche Dunkelheit
Schleicht über Ding und Mensch.
Die Formen verschwommen,
Konturen verwischt,
Die Farben ergraut.

Die Finsternis,
Sie gleitet dahin,
Breitet sich aus,
Ja, streckt sich aus.
Ihre Fühler betasten jedes Objekt.

Ein Windzug ist zu spüren.
Der kalte Hauch umschließt die Dinge.
Ein unsichtbarer Mantel kühler Temperaturen
haftet an mir.
Ich friere.

Die Haut wird blau.
Härchen stehen Spalier,
Bereit der Kälte zu trotzen.
Ihr Bemühen ist umsonst.
Es hilft nichts.

Die eisige Dunkelheit
Erältet meine Seele.
Mein Auge vermag den Sommer vernehmen,
Doch mein Herz fühlt Winter.

24.7.07 16:37, kommentieren

Siamesische Herzen

Die Rede ist hier von zwei Schwestern,
Geboren in verschied´nen Ländern,
Die Eine, geraten nach der Madre,
Die And´re gleicht eher dem Padre.

Hass und Liebe – Hand in Hand,
Zwischen ihnen keine Wand,
Geteilt der Raum, ungleich die Zeiten,
Dies sollte sie fortan begleiten.

In keinem Ding und Deut vereinigt,
Verwandtschaft namentlich bescheinigt,
Wuchsen sie in Kindheitsjahr´n
Zur biformen Person heran.

Das Leben trennte sie alsdann
Das Alter an Trivialität gewann.

Zwei Seelen – ganz ähnlich jetzt im Denken,
Empfindungen sind´s die sie lenken,
In ihren Adern der gleiche Schlag,
Der sie endgültig zu binden vermag.

Durch Ängste, Traurigkeit und Schmerzen,
(V)Erwachsen sind zwei Schwesterherzen.

1 Kommentar 24.7.07 16:42, kommentieren